Gemeinsame Schulden?

Eine wichtige Frage ist, wer für die Schulden nach der Trennung aufkommen muss. Grundsätzlich gilt: In einer Zugewinngemeinschaft haftet jeder Ehegatte allein für die von ihm eingegangenen Verbindlichkeiten. Dies gilt erst Recht nach der Trennung.

Etwas anderes gilt bei gesamtschuldnerischen Verbindlichkeiten, die während der Ehe eingegangen wurden. Das setzt aber voraus, dass beide Ehegatten die Darlehen unterzeichnet haben oder dass das Darlehen zwar von einem Ehegatten unterschrieben wurde, aber nur dem anderen zugute gekommen ist.

Es muss immer zwischen dem Innenverhältnis der Ehegatten untereinander und dem Außenverhältnis zum Gläubiger unterschieden werden.

Besteht eine Gesamtschuld (z.B. bei Steuerschulden, aus einem Mietvertrag, den beide geschlossen haben usw.), haftet jeder Schuldner im Außenverhältnis für die ganzen Schulden.

Im Innenverhältnis der Ehegatten bestehen dann Ausgleichsansprüche. Das Gesetz geht in § 426 BGB von halb/halb aus, wenn nichts anderes bestimmt ist.

Und soweit die Schulden in monatlichen Raten beglichen werden, wird zu prüfen sein, ob dadurch Unterhaltsansprüche beeinflusst werden.

Bei der Geltendmachung von Zugewinnausgleichsansprüchen werden die sogenannten Passiva zum Stichtag ebenfalls berücksichtigt.